Blumenschmuck zur Hochzeit gab es durch alle Zeiten hindurch.

Schon in der griechischen Mythologie spielten Blumen - im Besonderen ein Myrtenkranz, den die Braut als Kopfschmuck trug - eine große Rolle. War er doch Zeugnis für Reinheit und Liebe, für Schönheit und Beständigkeit.

Blüten, Blätter und Früchte zu Kränzen oder Ketten gebunden waren Ausdruck der Fruchtbarkeit. Man widmete sie den Göttinnen Aphrodite und der Venus. 

Selbst im Mittelalter, im christlich orientierten Europa wurde dem Wunsch der Bräute, einen Blumenkranz oder Blumenschmuck am Hochzeitstag zu tragen, nachgekommen.

Waren Blumengebinde oder Blumensträuße in der Renaissance eher als „Duftstrauß“ oder zur Geisterabwehr gedacht, fand der Brautstrauß aber immer mehr Gefallen. Sind doch Blumen ein Zeichen des Lebens und zugleich Symbol der Liebe und guten Wünsche.

In der Barockzeit war es beim Adel üblich, einen Brautstrauß in Anlehnung an ein Pompadourbouquet zu tragen und im englischen Empire des 18./19. Jahrhunderts erlebte der Brautschmuck Höhenflüge.

Der Brautstrauß und der Brautschmuck waren dem jeweiligen Trend unterworfen und erlebten ständige Wandlung. Früher waren die typischen Hochzeitsblumen Rosmarin, Myrte und Lilien.

Heute ist eine Hochzeit ohne passendem Brautstrauß undenkbar. Soll er doch der Blumenvorliebe der Braut und den persönlichen Wünschen des Paares Ausdruck verleihen.

Bei der Wahl des Brautstraußes ist es sinnvoll. die jeweilige Jahreszeit nicht außer Acht zu lassen: im Frühling sind die Blumen der Liebesgöttinnen und Kräuter für die Liebeslust angebracht. Im Sommer blühen die Feld- und Gartenblumen in voller Pracht und Schönheit und im Herbst können mitunter die Früchte des Feldes mit eingebunden werden.

Vom Biedermeierstrauß zum Wasserfallstrauß, von den Calla- oder Nelkensträußen der 20er und 30er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, den aufregenden Exoten Anthurien oder Orchideen der berühmten 50er Jahre bis hin zu den neuesten Entwicklungen am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erlebten Brautstrauß und Brautschmuck eine ständige Wandlung.

Die Rose wird als Königin der Blumen bezeichnet und am häufigsten mit der Liebe in Verbindung gebracht. Ebenso die Lotusblüte (Ägypten), die Pfingstrose (China) oder Chrysantheme (Japan).

Die Lilie ist Sinnbild des christlichen Glaubens und der Jungfräulichkeit. Das Veilchen, die kleine Blume wird gerne in bäuerliche Brautsträuße eingeflochten und das „Vergissmeinnicht“ soll den Bräutigam für immer in Gedanken an seine Frau binden. Es steht als Sinnbild für gegenseitigen Respekt und Aufmerksamkeit füreinander in der Ehe. Efeu in seinem immergrünen Zustand ist das Symbol der Treue und wird meist mit anderen Blumen zusammen verarbeitet.