Thema der Woche

Internationale Gartenbaumesse Tulln

31. August bis 4. September 2017

85.000 m² Garten “pur”
530 Aussteller aus zehn Nationen präsentieren alles rund um das Thema Garten und Pflanzen. Die Internat. Gartenbaumesse Tulln ist der wichtigste Termin für alle Hobbygärtner und Gartenprofis. Hier finden Sie die besten Tipps, Tricks und Anregungen rund um die Planung, Gestaltung, Ausstattung und Pflege Ihres Gartens an einem Ort. Perfekt, um Einkäufe für Haus und Garten zu erledigen und sich über Messeneuheiten zu informieren.

Europas größte Blumenschau
Einer der Höhepunkte ist die Leistungsschau der Österreichischen Gärtner und Floristen – Europas größte Blumenschau. Mit über 200.000 Blumen wird eine ganze Halle in ein Meer aus Farben, Formen und Düften verwandelt. Die tausenden Blumen werden zu einzigartigen floralen Kunstwerken arrangiert: die unvergleichliche Pracht der Natur kombiniert mit der Kunstfertigkeit der besten Gärtner und Floristen Österreichs!

tulln171Auch wir sind dabei!
Am Musterfriedhof haben wir auch heuer wieder ein Grab gestaltet. Heuer unter dem Motto "Die letzte Almwacht".

Bepflanzung: 

Pinus cembra ‘Compata Glauca‘ – Blauzirbenkiefer
Pinus mugo ‘mughus‘ – Latsche
Picea omorika – Zwergfichte
Juniperus communis ‘Hornibrookii – Kriechwacholder
Carpinus betulus – Hainbuche
Leontopodium nivale ’Everest’ – Edelweiß
Gentiana acaulis – Enzian
Cyclamen alpinum – Alpenveilchen
Anemone honorine/multifidi - Anemone
Calluna vulgaris – Besenheide
Erica carnea – Schneeheide
Thymus vulgaris – Thymian
Satureja montana – Bergbohnenkraut
Mentha piperita - Pfefferminze
Empetrum nigrum – Schwarze Krähenbeere
Dianthus caryophyllus – Nelke
Hypericum inodorum – Johanniskraut
Sedum hybridum – Sedum
Freilandfarne (Schatten – unter den Hainbuchen)

Geeignet für Sonnenlage und Halbschatten

Dieses Themengrab wurde von einer Fachjury bewertet und wir sind stolz darauf in der starken Konkurrenz den dritten Platz erreicht zu haben. 

Hier eine kurze Fotostrecke über die Entstehung des Mustergrabs:

tulln17page

Fast 90 Prozent der Zeit verbringen die meisten Menschen in unseren Breiten in geschlossenen Räumen – sei es die Wohnung, das Büro, die Werkstatt und die Fabrik oder die Schule. Ein höchst unnatürlicher Umstand, bedenkt man unsere Entwicklungsgeschichte. Doch offenbar hat sich auch im modernen Menschen ein gewisser Hang zur Natur erhalten:

In der Umgebung von Pflanzen fühlen wir uns wohler, wir empfinden sie als Bereicherung. Möglicherweise steckt uns diese Liebe und Verbundenheit zu Pflanzen in den Genen, wie einige Wissenschafter vermuten. Denn unseren Vorfahren signalisierte der Anblick von Pflanzen Überlebenswichtiges: Wo es grün war, gab es Wasser, Nahrung und Schutz. Es ist also wohl kein Zufall, dass die so genannte Phythophilie, die Liebe zu den Pflanzen, eine zentrale Rolle in der kulturellen Entwicklung der Menschen spielt.

Auch wenn Garten- oder Zimmerpflanzen heute keine existenzielle Grundlage unseres Lebens mehr sind, so leisten sie doch einen ganz entscheidenden Beitrag zum umfassenden körperlichen und seelischen Wohlbefinden. Auch wir modernen Menschen fühlen uns mit Pflanzen besser und behaglicher. Denn Pflanzen bringen die Natur in unsere Wohn- und Arbeitswelt, sie schaffen eine angenehme Atmosphäre und sorgen für Lebendigkeit, Farbe und Fülle.

Begrünung in jeglicher Form wird von vielen Menschen als positives und ausgleichendes Element in ihrer Umgebung wahrgenommen. Darüber hinaus bietet sie auch praktischen gesundheitsförderlichen Nutzen: Pflanzen wirken als natürliche Klimaanlage, sie beeinflussen die Luftfeuchtigkeit, reduzieren Lärm und Staub und können Schadstoffe aus der Luft filtern.

Heute gehen wir der Frage nach, ob Pflanzen tatsächlich Organismen sind, die – wenn auch auf einer recht niedrigen Stufe – Empfindungen besitzen und in der Lage sind, diese zu kommunizieren.

Schon Charles Darwin hat sich damals mit seiner Trompete in den Garten gestellt, um herauszufinden, ob Pflanzen lärmempfindlich reagieren. Stundenlang dürfte er ihnen auf gut Glück ein Ständchen gespielt haben, wirklich passiert ist im Endeffekt allerdings nichts – recht viel mehr als den Spott seiner Kollegen fuhr er nicht ein.

Auch heute – über hundert Jahre später – gilt die Pflanzenneurobiologie noch immer als relativ umstritten, was ihre Verfechter allerdings nicht aufzuhalten scheint. So beschallt der italienische Winzer Giancarlo Cignozzi seit Jahren die Hälfte seiner Reben mit Musik von Mozart – mit dem Ergebnis, dass diese tatsächlich kräftiger wachsen, 10 Tage früher reif werden und selbst die Trauben süßer schmecken sollen.

Pflanzenneurobiologen der Universität Florenz begleiten das Musikexperiment. Sie betonen, dass Pflanzen freilich nicht wirklich hören, sie die Töne aber in Form von Schallwellen wahrnehmen können. Das würde auch erklären, warum die Reben in die Richtung wachsen, aus der die Musik kommt. Die Frequenzen der Musik ähneln der von fließendem Wasser. Das könnte den Pflanzen gefallen. Überhaupt seien Pflanzen weitaus sensibler als Tiere. Ob ihnen jetzt Metal oder Klassik vorgespielt wird, sei ihnen aber egal – solange der Bass stimmt.

Was ist aber dran an der weit verbreiteten Überzeugung, dass Zimmerpflanzen besser gedeihen, wenn man sie regelmäßig lobt und ihnen gut zuredet? Auch eine Sache der richtigen Schallwellen? Sprache oder auch Musik sind stark genug, um Pflanzenmembranen zu reizen. Die Frequenzen der Töne können durchaus einen Einfluss auf das Wachstum haben. Skeptiker haben eine einfachere Erklärung – beim Sprechen gibt der Mensch über seinen Atem Kohlensauerstoffverbindungen ab, welche die Pflanzen zum Gedeihen brauchen.

Längst erforscht hingegen ist die Kommunikation unter Pflanzen selbst. Ein perfektes Beispiel dafür ist die Tabakpflanze. Die Gewächse warnen sich nämlich untereinander via Duftstoffen vor Fressfeinden. Wurde Alarm geschlagen, produzieren sie vermehrt das starke Nervengift Nikotin, welches ihre Feinde abschrecken soll – und zwar vor allen Dingen den gemeinen Tabakschwärmer .

Der Raupe des Tabakschwärmers hingegen macht das Nikotin aber so gar nichts aus und genehmigt sich sogar ganz gern ein paar Bissen. Kein Problem für die Tabakpflanze – sie besitzt eine besondere Intelligenz und wendet einen anderen Trick an: Sobald eine Raupe zu knabbern beginnt, schreit die Pflanze nämlich mithilfe bestimmter Duftstoffe sozusagen um Hilfe. Diese locken andere Insekten an, die wiederum die Raupe fressen.

Es ist eine raffinierte Beziehung, die Pflanzen mit Tieren eingehen – so lassen Akazienbäume zum Beispiel ihre Dornen anschwellen, in denen bestimmte Ameisenarten Unterschlupf finden. Die Ameisen halten im Gegenzug Schädlinge vom Baum fern. Pflanzen kommunizieren also auch mit der Tierwelt – hauptsächlich über optische und chemische Signale. Ihre Immobiliät hat sie erfinderisch gemacht. Neben Selbstschutz geht es dabei hauptsächlich um die Fortpflanzung. Ausgesendete Duftstoffe und Signalfarben dienen dazu, Vögel und Insekten anzulocken, die dann die Pollen weitertragen sollen.

Apropos Insekten – Venusfliegenfallen, sprich fleischfressende Pflanzen, spüren das Zappeln ihrer Beute und schnappen dann zu. Andere Arten ködern Insekten mit Leim, um sie im Anschluss zu verstoffwechseln. Dieses Verhalten "dem Gehirn eines der niederen Tiere gleichzusetzen", ist verlockend. Das schrieb bereits Darwin, der Pionier bei der Erforschung von (fleischfressenden) Pflanzen.

Gefühle im Sinne von Emotionen haben also Pflanzen nicht. Reize aus der Umwelt nehmen sie aber schon wahr, fühlen sie also quasi und können entsprechend darauf reagieren.